Aus einer einfachen Holzhütte wurde das Bürgerhaus

Vereinsleben WHC feierte 25 Jahre „Henry-Hütte“

Von unserem Mitarbeiter Heinz-Günter Augst

M Bettgenhausen. „25 Jahre Henry-Hütte Bettgenhausen“: Unter diesem Motto feierte der Wiedbachtaler Hobbyclub (WHC) Bettgenhausen am Wochenende mit zahlreichen befreundeten Vereinen und Gästen sein Sportfest. Der WHC erinnerte während des zweitägigen Festes, bei dem das Fußballspielen im Mittelpunkt stand, mit einer großen Fotoausstellung an den Bau der Hütte vor 25 Jahren.

Ein Rückblick: Als 1984 im Seelbacher Ortsteil Bettgenhausen die Dorf- und Vereinsgaststätte „Hüwels-Klause“ geschlossen wurde, standen die WHC-Hobbysportler ohne Vereinsheim da. Fortan trafen sich die Mitglieder in den Gaststätten in der Umgebung. Eines Tages fiel der Entschluss, im Oberdorfsgarten in Bettgenhausen ein eigenes Vereinsheim zu bauen. Nach einigem Hin und Her wurde dieses 1987 von einer Zimmerei in Holzbauweise errichtet. Die restlichen Arbeiten wurden von den Mitgliedern selbst ausgeführt. 1990 fand die Einweihung statt. Zahlreiche Feiern sowie Eigenveranstaltungen machten die Hütte innerhalb kurzer Zeit bis weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannt und beliebt. Am 2. Mai 2000 passierte das Unfassbare: Während eines Gewitters in der Mittagszeit kamen zwei Radfahrer in den Ort und teilten mit, dass das Vordach der Hütte in Flammen stehe. Die alarmierten Feuerwehren aus Flammersfeld und Oberlahr konnten nicht mehr viel retten. Es entstand ein Sachschaden von rund 100 000 Mark.

Nicht nur Schutt und Asche machten dem WHC beim Bau der zweiten Hütte Schwierigkeiten, auch die Nachbarin, die Deutsche Bahn, hatte Einwände. Während die Bahn beim ersten Bau noch kein Veto eingelegt hatte, gab sie nun ihr Ja zum Bau erst nach Zahlung eines stattlichen Geldbetrages – „wegen wiederholter Grenzbebauung“, lautete die Begründung. Nachdem diese und andere Formalitäten erledigt waren und auch die Versicherung gezahlt hatte, konnte es endlich losgehen. Lärmgutachten machten dem WHC immer wieder zu schaffen und sorgten sogar für einige Baustopps. Doch dann war es so weit: Kurz vor Weihnachten 2001 wurde die zweite Hütte eröffnet. Die Finanzierung des Neubaus wurde zusätzlich mit dem Erlös aus einigen „Branding-Partys“ unterstützt. Auch dieses Mal stand die Eigenleistung der Mitglieder im Mittelpunkt.

Zwischenzeitlich ist die „Henry-Hütte“ zum örtlichen Bürgerhaus geworden. Sämtliche Ratssitzungen und Veranstaltungen der Gemeinde finden hier statt. Der Motorradclub Seelbach und der Chor Divertimento haben hier ebenfalls ein Domizil gefunden.




Der zweite Vorsitzende Markus Sanner, Vorsitzender Julian Redel und der „geistige Vater“ des Vereinsheims, Geschäftsführer Wilfried Holzapfel (von links), freuen sich über 25 Jahre „Henry-Hütte“. Foto: Heinz-Günter Augst


Die Hütte und ihr Name

Der Name „Henry-Hütte“ ist eng mit dem „geistigen Vater“ des Vereinsheimes, Wilfried Holzapfel, verbunden. Dieser war beim Bau der ersten und auch der zweiten Hütte eine der treibenden Kräfte. Zu seinem Spitznamen „Henry“ kam Wilfried Holzapfel während eines Fußballjugendspiels, als der Schiedsrichter ihn nach seinem Namen fragte. „Gestatten, mein Name ist Henry“, antwortete er. Der ehemalige Ortsbürgermeister Rudi Eckenbach ließ daraufhin ein Holzschild mit dem Namen „Henry-Hütte“ anfertigen. Somit hatte das Haus seinen Namen. Holzapfel war von der Vereinsgründung im Jahr 1973 bis 2011 Erster Vorsitzender und ist heute im Verein als Geschäftsführer tätig. at